, 13. April 2005Ein Krankenhaus in Attat

Entstehungsgeschichte des “Medical Mission Sisters Attat Hospital”

Als der Erzbischof von Addis Abeba 194 während des Konzils in Rom weilte, besuchte er die Generaloberin Anna Dengel und trug ihr seine dringende Bitte vor, ein Krankenhaus in Äthiopien einzurichten. Er bot ihr dafür das leer gewordene Schulgebäude in Attat an.

Der Neubeginn war mit riesigen Schwierigkeiten verbunden. Denn Äthiopien zählt zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung beträgt 41 Jahre, in Deutschland 75 Jahre. Von 1.000 geborenen Kindern sterben 200 vor Erreichen des 5. Lebensjahres, in Deutschland 8 von 1.000.

Das Gurageland, in dem Attat liegt, ist bergig und die dort lebende Bevölkerung die ärmste in Äthiopien. Doch die vier Schwestern, unter ihnen Schwester Inge ließen sich nicht abschrecken.

Heute hat das Krankenhaus 73 Betten. Fünf Missionsärztliche Schwestern (zwei Deutsche, zwei Inderinnen, eine Amerikanerin) und 171 äthiopische Mitarbeiter arbeiten an dem Gesamtprojekt.

Das “Medical Mission Sisters Attat Hospital” hat ein Einzugsgebiet von 500 000 Einwohnern, 19 Gesundheitszentren schicken ihre schwierigen Fälle in das Krankenhaus. Im Jahr 2001 wurden 69.000 Patienten, d.h. ca. 230 am Tag ambulant versorgt. 5.540 mussten stationär behandelt werden. 1.497 große und 3.558 kleinere chirurgische Eingriffe wurden durchgeführt, 1.117 Entbindungen, davon 301 Kaiserschnitte.

Das kleine Krankenhaus ist aber nur ein Kristallisationspunkt in einem umfangreichen Vorsorgeprogramm. Die Arbeit ist nicht nur auf Behandlung von Krankheiten (kurative – heilende Medizin) ausgerichtet, sondern gleichzeitig auf Vorbeugung (präventive Medizin).