, 7. September 2011Zusammenfassung des Jahresberichts vom Attat Krankenhaus über die Aktivitäten im Jahr 2010

Das Attat Krankenhaus liegt 175 km südwestlich von der Hauptstadt Addis Abeba. Es ist seit 41 Jahren in Betrieb und gehört der katholischen Kirche Äthiopiens. Die Missionsärzlichen Schwestern haben das Krankenhaus gegründet und sind weiterhin in leitender Funktion.

Das gesamte Projekt (kurative und präventive Seite) hat 159 Mitarbeiter.

55 Prozent der Einnahmen des Krankenhauses sind Patientenbeiträge, der Rest der Kosten wird durch Spenden gedeckt. Das Krankenhaus ist die nächst höhere Überweisungsinstanz für 23 größere und kleinere Gesundheitszentren. Unser Einzugsgebiet wird auf 1.000.000 Einwohner geschätzt.

Im Jahr 2010 kamen 71.171 Personen in die Krankenhausambulanz, dies ergibt in unserer 5-Tage-Woche einen Tagesdurchschnitt von 283 Personen. Die häufigsten Diagnosen in der Ambulanz waren Atemwegsinfekte, Probleme des Verdauungstraktes, Blasen- und Nierenbeschwerden. Malaria lag dieses Jahr nur an fünfter Stelle.

Das Krankenhaus hat 65 Betten. Im Haus für Risikomütter gibt es 44 zusätzliche Betten und elf Betten in der Abteilung für fehlernährte Kinder.

6.725 Patienten wurden stationär behandelt. Die Belegungsrate betrug 102 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 3,6 Tage. Der Hauptgrund zur Aufnahme sind Probleme im Rahmen von Schwangerschaft und Geburt, gefolgt von Infektionserkrankungen aller Art mit Malaria an erster Stelle. Die Haupttodesursache bei den stationären Patienten war Malaria, gefolgt von Lungenentzündung, Bluthochdruck, vor allem Schlaganfall und AIDS-Patienten.

In unserem einfachen Operationssaal konnten 1.649 große Operationen und 5.05 kleinere Eingriffe durchgeführt werden. Die häufigste Operation ist ein Kaiserschnitt (507). Bei den kleinen Eingriffen steht das Ziehen kranker Zähne (1.791 Patienten) an erster Stelle.

Es fanden 1.814 Geburten statt, davon waren 1.115 (61,4 Prozent) mit Komplikationen verbunden. Bei normalem Schwangerschaftsverlauf ist die Hausgeburt die Regel, meist betreut von traditionellen, aber von uns geschulten Hebammen (33 Frauen in den umliegenden Dörfern).

Es wurden 13.642 HIV-Tests durchgeführt. Die Positivrate in der Gruppe, dies sich zum Beispiel vor der Heirat freiwillig testen lassen (Voluntary Testing and Councelling VCT) betrug 1,7 Prozent. Die Gesamtpositivrate aller getesteten Personen liegt ebenfalls bei 1,7 Prozent. 957 AIDS-Patienten erhalten Anti-Retroviral Therapie (ART) in unserem Sonderprogramm.

Attat hat ein großes Integriertes Gesundheitsprogramm in Zusammenarbeit mit 28 umliegenden Dörfern.

Zum Programm gehören eine sichere Wasserversorgung mit 144 Brunnen, die alle funktionsfähig sind und instandgehalten werden.

Frauenarbeit“: 3.292 Frauen sind in 29 Frauengruppen organisiert, ein Aspekt dieser Arbeit sind Kleinkredite aus dem „revolving fund“, den die Frauen selbst verwalten, zur Zeit sind zinslose Darlehen in Höhe von 300-400 (zirka 20-30 Euro) möglich.

Es gibt 28 „Erste Hilfe Stationen“, die mit von uns ausgebildeten Dorfgesundheitshelfern besetzt sind. Zusätzlich hat die Regierung in einem landesweiten Programm eigene Gesundheitshelfer mit einjähriger Ausbildung im Einsatz. Im Dorf werden Bagatellleiden wie Kopfschmerzen, kurzzeitiges Fieber, Würmer, kleine Wunden und unkomplizierte Augenentzündungen, etc. behandelt. Dies erspart vielen Menschen den Weg in die Krankenhausambulanz. Diese „Erste Hilfe Stationen“ sind nicht mit den qualifiziert geführten Gesundheitszentren und Kliniken, die zu uns einweisen, zu verwechseln.

An erster Stelle steht natürlich Gesundheitserziehung. Die behandelten Themen sind: AIDS, Tuberkulose, Impfungen, Sauberkeit, schädliche, traditionelle Praktiken, Familienplanung, Kinderversorgung, Toilettengebrauch, Durchfallererkrankungen, Malaria, Augenleiden, usw.

Im Haus für Risikoschwangere stieg die Aufnahmerate auf 642 Frauen an. 40 Prozent dieser Frauen brauchten einen Kaiserschnitt..

Im Zentrum für fehlernährte Kinder wurden 69 Kinder mit einer Begleitperson aufgenommen und nach Besserung des Ernährungszustandes in den Dörfern nachbetreut.

All dies und mehr ist durch das Teilen großzügiger Menschen möglich.

Dank dafür.