, 7. September 2011Brief : Advent 2010

Attat im Advent 2010

 Liebe Verwandte, Freunde/innen und Wohltäter!

Während wir Diese Zeilen schreiben, liegt bei euch reichlich Schnee wie wir durch E-Mails erfahren haben. Bei uns herrscht Trockenzeit. Wegen der Höhenlage (2ooo m) kühlt es nachts stark ab (heute Nacht waren es 6° C) und mittags ist es richtig heiß (heute 30° C), ideales Erntewetter. Das ist es auch, was die Bauern und Landarbeiter Äthiopiens gerade tun, Getreide ernten. Als Konsequenz ist die Ambulanz zur Zeit nicht so voll. Meist sind es Akutkranke, die kommen. Die Leute mit geringeren Beschwerden und chronischen Problemen kommen erst wieder im Januar, wenn die Ernte eingebracht ist. Der Ertrag der Felder in unserer Gegend scheint gut zu sein. Gott sei Dank. Alle beten, dass es keine Gewitter gibt, damit das Getreide nicht umfällt. Hoffen wir das Beste.

Auf die berechtigte Nachfrage, was es bei uns denn Neues gibt, fällt mir als Erstes die Bemerkung eines Gastes ein. Er sagte, „Als ich euch vor 8 Jahren besucht habe, hattet ihr kein Telefon und jetzt könnt ihr sogar E-Mails empfangen, und ich kann auf dem Krankenhausgelände mein Mobiltelefon benutzen.“ Es ist wirklich wahr. Die technische Entwicklung im Land geht rasant schnell. Ich muss oft schmunzeln, wenn ich die Leute barfuss und mit abgenutzter Kleidung beim Telefonieren auf der Veranda unseres Krankenhauses sehe. Und ob man es glaubt oder nicht, die Krankenschwestern haben Plakat auf den Stationen angebracht, dass die Mobils während der Visite ausgeschaltet werden müssen. Die meisten Leute werden diese Plakate zwar nicht entziffern können, aber der Versuch ist lobenswert. Ich schätze, dass etwa die Hälfte unserer 170 Angestellten ein Mobil besitzen, und dass obwohl das Geld in den Familien nie reicht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch jede von uns Schwestern ein Mobil braucht um erreichbar zu sein. Die Kehrseite: in unserer oft überfüllten Ambulanz müssen die Leute jetzt nicht nur auf ihr Geld in der Tasche, sondern auch auf ihr Mobil achtgeben. Der Schwarzmarkt für Mobils floriert.

Apropos Schwestern: da gibt es neige Neuigkeiten. Im Februar konnten wir mit Sr. Senait Mengesha, unsere erste äthiopische Mitschwester, ihr Silbernes Ordensjubiläum begehen. Dazu sind wir gemeinsam in ihr Heimatdorf gefahren. Etwa zeitgleich durfte Sr. Inge Jansen ihr Goldenes Ordensjubiläum mit viel Familienbesuch aus Deutschland feiern. Mit Freude konnten wir Sr. Pushba Baxla, eine 35-jährige Apothekerin und Mitschwester aus Indien, als neues Mitglied in unserer Lebensgruppe und im Krankenhaus begrüßen. Leider brachte uns dieses Jahr die Versetzung von Sr. Walburga Küpper von Äthiopien nach London ins Generalat. Nach mehr als 30 Jahren in Afrika wird sie dort ihre vielen Talente einbringen können. Ihr Weggang ist eine große Umstellung für uns alle hier in Äthiopien. Wir wünschen ihr einen schwungvollen Start im Januar in London.

Wenn Patienten jetzt zum Krankenhaus kommen, sehen sie als Erstes eine große Baustelle. Diejenigen von euch, die einen Internetanschluss haben, können diese Baustelle auf unserer Website (www.attat-hospital.de) ebenfalls sehen. Bei uns ist in der Tat das Baufieber ausgebrochen. Alles begann, wie sooft im Leben, recht klein. Wegen strenger Auflagen von Seiten der Regierung galt es neue Therapieräume und eine separate Wartezone für unsere Tuberkuloseerkrankten zu finden. Aber es gibt keinen einzigen Raum mehr auf dem ganzen Gelände, der nicht schon genutzt und größten Teils sogar schon überfüllt ist. Also begannen vorsichtige Überlegungen, wo man einen Erweiterungstrakt mit ein paar Räumen platzieren könnte. Am Ende vieler Besprechungen, Überlegungen und mit der Ermunterung eines Unterstützerkreises kam dann unser jetziges „Traumprojekt“ heraus. Wenn schon, denn schon. Wenn wir schon bei laufendem Betrieb bauen und improvisieren müssen, dann soll dies auch signifikante Verbesserungen für unsre Patienten und MitarbeiterInnen bringen. Geplant und begonnen ist ein L-förmiger Bau mit zwei Etagen und einem großen zentralen Wartebereich. Das Ganze wird durch überdachte Gänge mit den existierenden Gebäuden verbunden. Das mutige Versprechen des Architekten sieht eine Bauzeit von 16 Monaten voraus. Wir werden sehen. Mehr darüber dann im nächsten Weihnachtsbrief.

Ja, der laufende Betrieb. 67.500 Patienten in der Ambulanz, 6.800 stationäre Patienten, 1.600 große Operationen und 4.820 kleinere und mehr als 1.700 Geburten halten uns alle gut auf Trab. Fast 14.000 HIV-Test wurden in unserem Krankenhaus durchgeführt. Das Ziel ist, dass jeder Patient, der ins Krankenhaus kommt, seinen HIV-Status wissen sollte. Die Positivrate lag in diesem Jahr bei 2 % und ist damit nicht gestiegen. Dieses Ergebnis zeigt, dass sich die massiven Anstrengungen im HIV-Bereich lohnen, wobei die 862 AIDS-Kranken in unserem Sonderprogramm (Anti-Retroviral-Therapie) eine große Herausforderung bleiben.

Während der letzten zwei Tage hatten wir erneut einen ausführlichen Kontrollbesuch von Seiten der Regierung. Von den Mitliedern dieser Delegation wurde lobend erwähnt, wie gut das Vorsorgeprogramm mit dem kurativen Aspekt des Krankenhauses verzahnt ist und welchen enormen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung unser Brunnenprojekt darstellt. Des weiteren wurde vorgeschlagen, dass wir den Radius der Arbeit der dörflichen Frauengruppen erweitern. Ihrer Meinung nach sei der Beitrag des Mini-Kredit-Systems (revolving fund) in den Gruppen und die Zusammenarbeit und Fortbildung der Frauen ein wesentlicher Schlüssel bei der Armutsbekämpfung. Obwohl wir diese offiziellen Besuche oft eher als lästiges Übel ansehen, hat uns diese Rückmeldung ermutigt und gefreut. Natürlich haben wir erwähnt, dass das alles nicht mögliche wäre, wenn wir nicht von einem Netz von Wohltätern in Europa getragen würden.

Diese Woche begann eine einmonatige Fortbildung für die Dorfgesundheitshelferinnen betreffend Schwangerenvorsorge und Entbindung. Erfahrende Mitarbeiter/Innen des Krankenhauses geben das Seminar. Neben der fachlichen Weiterbildung ist somit auch ein persönliches Kennenlernen möglich und hoffentlich für eine gute Zusammenarbeit förderlich. Das Wartehaus für die Risikoschwangeren wird zwar erfreulich gut genutzt (619 Aufnahmen in diesem Jahr) aber Verbesserungen im Überweisungssystem sind immer möglich und nötig.

In Sachen Aus- und Weiterbildung geht es gut weiter. Sr. Inge hat mit vier Leuten Verstärkung im Büro bekommen. Zwei davon sind behinderte Jugendliche, die es mit Willenskraft und Fleiß zum Berufsabschluss gebracht haben. Des weiteren fangen diese Woche acht frisch examinierte Krankenpfleger und Hebammen ihren Dienst an. Einige von ihnen sind Kinder unserer langjährigen Angestellten. Wir sind gespannt, wie es sein wird, wenn z.B. in der Operationsabteilung der Vater seinem Sohn beibringt, wie man korrekt Zähne zieht, usw….

Eine große Gruppe von Jugendlichen aus der Umgebung hat im Oktober ihre Ausbildung begonnen. Die Frauen werden Hebammen und die männlichen Bewerber sind vorwiegend in handwerkliche Berufe geschickt worden. Wir haben nämlich so langsam genug Pflegepersonal, aber akuten Mangel an Leuten, die eine Elektroleitung oder ein Auto reparieren können.

Was bleibt? Es bleibt ein herzliches Danke zu sagen für die vielfältige Unterstützung, auf die wir auch in diesem Jahr zurückschauen dürfen. Danke fürs Mitbeten, Mitdenken, Ideen Teilen, Vertretung übernehmen, Vorträge halten und dabei über Attat erzählen, die Initiativen in Pfarreien und Gruppen, für die Mitarbeit an unserer Website, für so manches Päckchen und so manchen Brief. Wir spüren deutlich, dass wir nicht allein sind, sondern getragen von einem großen Netz guter Menschen, die in Solidarität global denken und handeln.

Gerne erneuern wir unser Gebetsversprechen für jede einzelne Person aus eurem Kreis und für eure Familien. Gott ist es, der Menschen Gesundheit schenkt, wir dürfen dies täglich erleben. Gott ist es, der Euch alles Gute überreich vergelten wird, seinem Schutz vertrauen wir euch an.

Eine gute Advents- und Weihnachtszeit und Gottes Geleit durchs neue Jahr wünschen euch/Ihnen mit viel Dankbarkeit im Herzen

Sr. Inge Jansen                         Sr. Rita Schiffer

, 3. Februar 2009Brief zum Advent 2008

Wenn du liebst

Wenn du wirklich liebst,
bist du erfinderisch.

Wenn du liebst,
versuchst du zu verstehen,
bist du interessiert.

Wenn du wirklich liebst,
bist du geduldig,

bist du langmütig,
passt du dich an.

Wenn du liebst,
möchtest du geben,
bist du unermüdlich,
selbstlos und großzügig.

Wenn du liebst,
versuchst du,
wirklich zu dienen
und nicht nur zu arbeiten.

Man schon sich selbst nicht,
wenn man liebt …

Anna Dengel

Advent 2008

Liebe Freunde, Wohltäterinnen und Verwandte!

Dieses Jahr beginnt unser Weihnachtsrundbrief mit einem Text unserer Ordensgründerin, Dr. Anna Dengel, einer Tiroler Ärztin. Die Missionsärztlichen Schwestern in Deutschland haben in diesem Jahr dankbar auf 50 Jahre Wirkungsgeschichte zurückgeblickt. Wir freuen uns über dieses Jubiläum und staunen mit Ihnen ber Gottes Geleit und die vielen Menschen, die Teil dieser Geschichte sind. [mehr…]

, 1. Dezember 2007Brief: Advent 2007

Advent 2007 G.C.
Advent 2000 J.C.

“Vielleicht kommen mir “Sternstunden” nur in der Gestalt des Alltags entgegen.”
(Karl Rahner)

Liebe Verwandte, FreundInnen und Wohltäter!

Bild zum Adventbrief 2007Erneut gibt uns die angebrochene Advents- und Weihnachtszeit Gelegenheit, Ihnen ein Lebenszeichen und ganz herzliche Grüße aus Äthiopien zu senden.

Wie Sie schon an der Datumszeile erkennen können, ist auch in Äthiopien, das die Zeit nach dem Julianischen Kalender rechnet, im September das dritte Jahrtausend angebrochen. In vielen größeren Städten waren diverse Feierlichkeiten zum Schritt ins neue Jahrtausend. Wir in Attat haben mit unseren 162 Angestellten und 28 KrankenpflegeschülerInnen von der Krankenpflegeschule aus Hossana, die regelmäßig für ihre Praktikumszeiten zu uns kommen, ein Fest gefeiert. Gemäß der Gurage Kultur ist ein gutes (und reichlich) Essen, der Schlüssel zum Erfolg einer solchen Einladung. [mehr…]

, 1. Dezember 2005Brief: Advent 2005

Gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr wünschen wir Ihnen, den lieben Menschen, die unser Projekt unterstützen.

Bild zum Adventbrief 2005Wiederum geht ein Kalenderjahr zu Ende und gerne möchten wir Ihnen etwas von hier erzählen.

Wie so oft wünschte ich mir, ich könnte Sie für ein paar Momente zu uns reisen lassen, damit sie aus erster Hand die Dankbarkeit vieler Patienten erleben könnten. Aber das geht leider nicht und so bleibt es denn beim Versuch Ihnen die Dankbarkeit der Menschen per Wort zu vermitteln.

Da sind die Malariakranken, die besonders am Ende der Regenzeit das Krankenhaus überfüllen, von denen die meisten lebend und gesund nach Hause gehen können, weil sie die notwendige Behandlung mit Quinin-Infusionen bekommen konnten. [mehr…]

, 1. Dezember 2004Brief: Advent 2004

Attat im Advent 2004

An alle liebe Menschen, die unser Projekt unterstützen!

Hier ist er wieder – unser alljährlicher Rundbrief. Ein Dankschreiben an so viele liebe Leute für so Vieles, und auch eine Gelegenheit Ihnen zu erzählen, was sich hier so tut.

Das Wichtigeste zuerst. Es gibt uns noch hier in Äthiopien mit Schwestern in Addis Abeba, in Wolisso, Debre Zeit und wir hier in Attat. Das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit. Durch die Zusammenarbeit aller ist es gelungen die Hürden dieses Jahres zu meistern. Es bleibt wie immer die Suche nach Medikamenten, obwohl in diesem Jahr die Versorgung mit Handschuhen und Infusionen recht gut war. Ein neues Problem ist die ärztliche Besetzung des Krankenhauses. [mehr…]

, 1. Dezember 2003Brief: Advent 2003

Attat im Advent 2003

Liebe Verwandte, FreundInnen und Wohltäter!

Herzliche adventlich/weihnachtliche Grüße an Sie alle aus Attat, Äthiopien. Dankbar blicken wir mit ihnen auf das vergangene Jahr zurück. Ein Jahr, in dem uns erneut Ihre Unterstützung Mut gemacht hat zum Weitermachen. Konkrete Hilfe in ganz unterschiedlicher Weise halt uns, die anstehenden Probleme zu lösen. Danke.

Uns steckt die jetzt langsam abklingende Malariaepidemie im wahrsten Sinne des Wortes noch „in den Knochen“. Die letzten Monate waren eine gewaltige Anstrengung für unser kleines Krankenhaus. Unser Personal war bis zur Leistungsgrenze gefordert und wurde zwischendurch auch noch selbst krank mit Malaria. [mehr…]